Fühlen statt Scrollen – Wearables für Körper und Kreislaufwirtschaft
Ingenieurwissenschaften

Fühlen statt Scrollen – Wearables für Körper und Kreislaufwirtschaft

Vom Menschen zum Produkt: Semesterprojekte zu körpernaher Technik, bildschirmfrei und kreislauffähig.
Beginn 17:00 Uhr
Ende 00:00 Uhr

Auf einen Blick

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Barkhausen Institut
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Beschreibung

Was passiert, wenn Technologie den Bildschirm verlässt und an den Körper rückt?
In der Lehrveranstaltung Nutzerzentrierter Produktentwurf haben Studierende des Technischen Designs diese Frage ein Semester lang erkundet. Das Ergebnis: eigenständige Wearable-Konzepte, die ohne dominanten Bildschirm funktionieren und stattdessen über Vibration, Licht, Klang oder Körperbewegung mit ihren Nutzer:innen kommunizieren.

Der Auftrag Entwerft ein am Körper getragenes System mit klar abgegrenztem Nutzen. Die Interaktion soll über Gesten, Sprache, Hautkontakt oder Körperhaltung erfolgen – nicht über Wischen und Tippen. Im Mittelpunkt stehen drei Qualitäten: Wie fühlt sich das Produkt am Körper an? Wie intuitiv ist die Bedienung ohne Display? Und wie lässt sich das Produkt am Ende seines Lebens reparieren, zerlegen oder in einen neuen Kreislauf überführen?

Die Projekte Die Bandbreite der Entwürfe zeigt, wie vielfältig körpernahe Technologie gedacht werden kann:

Ein medizinischer Ohrhörer, der epileptische Anfälle vorhersagen soll, bevor sie eintreten – diskret, modular und so gestaltet, dass er nicht an ein medizinisches Gerät erinnert, sondern an ein vertrautes Alltagsobjekt.

Eine Neurofeedback-Brille, die Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit hilft, Konzentration buchstäblich zu trainieren – durch stufenweises Dimmen des Glases als unmittelbare Rückmeldung der eigenen Gehirnaktivität.

Ein Oberarmband für Ultra-Ausdauersportler:innen, das Glukose, Hydration und Elektrolyte in Echtzeit misst und über wenige LEDs signalisiert, wann es Zeit ist zu trinken oder zu essen – ohne App, ohne Ablenkung.

Eine intelligente Kniebandage für den Skisport, die kritische Gelenkbewegungen erkennt und über Vibration warnt, bevor eine Verletzung entsteht.

Ein kompakter Ansteck-Pin, der älteren Menschen hilft, Erinnerungen per Sprache zu speichern – ohne Smartphone, ohne Menüstruktur, mit nur einem einzigen Knopf.

Ein Überwachungssystem für die Atmung von Neugeborenen, bestehend aus einer Wickelweste und einem bärenförmigen Feedbackmodul, das Eltern alarmiert, ohne das Baby zu stören.

Und ein Smartband für Menschen mit Panikstörung, das über Puls- und Schweißmessung frühzeitig warnt und im Akutfall durch rhythmisches Licht eine beruhigende Atemfrequenz vorgibt.

Eco-Design: Vom Produkt zum Kreislauf Nachhaltigkeit war in diesem Semester keine Zusatzaufgabe, sondern Entwurfsprämisse. Alle Projekte wurden unter dem Leitgedanken des Circular Design entwickelt: Wie lässt sich ein Produkt so konstruieren, dass es reparierbar bleibt? Dass Verschleißteile wie Akkus ohne Spezialwerkzeug getauscht werden können? Dass Materialien am Lebensende sortenrein trennbar sind? Die Studierenden haben Lebenszyklusanalysen (LCA) durchgeführt, CO₂-Fußabdrücke berechnet und ihre Entwürfe mit konventionellen Produkten verglichen. Die Ergebnisse zeigen: Durch konsequent modularen Aufbau, den Verzicht auf Klebstoff, geschraubte Gehäuse und den bewussten Verzicht auf energie- und ressourcenintensive Komponenten wie hochauflösende Displays lassen sich die Umweltwirkungen pro Nutzungsjahr drastisch senken. Einzelne Konzepte gehen noch weiter und denken Servicemodelle mit, bei denen Produkte nicht gekauft, sondern ausgeliehen, gewartet und an neue Nutzer:innen weitergegeben werden.

Für wen? Die Projekte adressieren bewusst Nutzergruppen, die im Mainstream-Technikmarkt häufig übersehen werden: ältere Menschen, die mit Smartphone-Komplexität kämpfen. Kinder und Frühgeborene, deren Körper besondere Anforderungen an Passform und Sicherheit stellen. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Epilepsie, ADHS oder Panikstörung, die sich Unterstützung wünschen, ohne als krank markiert zu werden. Athlet:innen, deren Körper unter extremer Belastung steht.

Was Sie hier sehen Die Ausstellung zeigt Konzeptbanner, Prototypen und Visualisierungen – den gesamten Weg vom Problem über die Idee bis zum greifbaren Entwurf. Die Projekte sind keine fertigen Produkte, sondern fundierte Konzepte auf dem Stand eines fortgeschrittenen Designentwurfs. Sie zeigen, wie an der Schnittstelle von Mensch, Technologie und Verantwortung gestaltet werden kann – und dass gutes Design dort beginnt, wo man den Menschen versteht, für den man entwirft.

Information zum Veranstaltungsformat

Präsentation Ausstellung Mitmachen und Selbermachen Für Kinder geeignet

Information zum Veranstaltungsort

Barrierefrei Essen und Trinken vorhanden Geeignet für Kinder JUNIORDOKTOR-Angebot Schülerlabor-Angebot

Stationen

Altmarkt

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