Zwischen Fakten und Propaganda. Medienmanipulation im Kontext des Ukrainekriegs
Geistes- und Gesellschaftswissenschaften

Zwischen Fakten und Propaganda. Medienmanipulation im Kontext des Ukrainekriegs

Ist Kyjiw wirklich die „Mutter russischer Städte“? Ist Ukrainisch nur ein Dialekt des Russischen? Und warum gilt Mykola Hohol (Nikolai Gogol) oft als russischer Klassiker? Die Veranstaltung beleuchtet zentrale Narrative russischer Propaganda und zeigt, wie Geschichte, Sprache und Kultur politisch instrumentalisiert werden. Zum Auftakt führt Prof. Dr. Holger Kuße in Mechanismen von Desinformation und medialer Manipulation im Kontext des Ukrainekriegs ein.
Beginn 17:30 Uhr
Ende 19:00 Uhr

Auf einen Blick

Technische Universität Dresden (TUD)
Institut für Slavistik
Hörsaalzentrum TUD
204
Bergstraße 64
01069 Dresden (Dresdner Süden)
Prof. Dr. Holger Kuße, Ariana Kravchuk, Valeriia Kliuieva, Maryna Havriushyna,
90 Min
Webseite

Beschreibung

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird nicht nur militärisch, sondern auch medial geführt. Die Veranstaltung beleuchtet anhand konkreter Beispiele, wie historische Narrative, kulturelle Vereinnahmung und Desinformation genutzt werden, um politische Botschaften zu verbreiten und Wahrnehmungen zu beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen Mechanismen medialer Manipulation sowie die Frage, wie Medienkompetenz dabei helfen kann, solche Strategien kritisch zu erkennen und einzuordnen.

Einführung: Medienmanipulation und Medienkompetenz (Prof. Dr. Holger Kuße)
Die Einführung von Prof. Dr. Holger Kuße gibt einen Überblick über Strategien von Desinformation, Propaganda und medialer Manipulation im Kontext des Ukrainekriegs. Außerdem wird das deutsch-österreichisch-ukrainische Projekt Teaching Digital Media Literacy in Times of Societal Change in Ukraine vorgestellt, das sich mit der Förderung kritischer Medienkompetenz und dem Umgang mit manipulativen Medieninhalten in der Ukraine beschäftigt.

Case Study 1: Ist Kyjiw die „Mutter russischer Städte“? (Ariana Kravchuk)
Der Vortrag untersucht die historische Erzählung von Kyjiw als „Mutter russischer Städte“ und ihre politische Bedeutung bis heute. An diesem Beispiel wird gezeigt, wie Geschichte und historische Narrative genutzt werden, um kulturelle Zugehörigkeiten und politische Machtansprüche zu legitimieren.

Case Study 2: Ist Ukrainisch nur ein Dialekt des Russischen? (Valeriia Kliuieva)
Die Behauptung, Ukrainisch sei lediglich ein Dialekt des Russischen, gehört bis heute zu den zentralen Narrativen russischer Propaganda. Der Vortrag zeigt, wie sprachliche Ähnlichkeiten politisch instrumentalisiert werden und warum solche Argumentationen auf den ersten Blick überzeugend wirken können.

Case Study 3: Warum gilt Mykola Hohol (russ. Nikolai Gogol) bis heute vielfach als „russischer Klassiker“? (Maryna Havriushyna)
Der Vortrag beleuchtet, wie die russische Kulturpropaganda ukrainische Kulturschaffende vereinnahmt und dadurch international das Bild der Ukraine als Teil der sogenannten „russischen Welt“ geprägt wird. Am Beispiel Hohols wird sichtbar, wie kulturelle Narrative politische Wirkung entfalten und ukrainische Perspektiven in den Hintergrund geraten.

Anschließende Diskussion mit dem Publikum.

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Vortrag Präsentation

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